Andacht Februar 2019

Nach dem Fest ist vor dem Fest

Am 2. Februar ist alles vorbei. Jedenfalls Weihnachten. Jedenfalls „offiziell“.
Erst dann? - Ja!
Der 2. Februar ist der „Tag der Darstellung Jesu im Tempel“, nachzulesen bei Lukas im 2. Kapitel, Verse 22-24: Die Eltern bringen ihr erstgeborenes männliches Kind nach Jerusalem, um es den Priestern zu zeigen. Damit endet die Geburtsgeschichte und eben auch der kirchliche Weihnachtsfestkreis.
Aber nach dem Fest ist vor dem Fest. Das nächste Weihnachten kommt bestimmt. Und spätestens im September gibt es ja wieder die typischen Leckereien zu kaufen - ein Glück!

Auch mein Sohn begann schon im Frühherbst 2018 auf Weihnachten hin zu leben und sich darauf zu freuen: dass er dann wieder seine Weihnachts-CD rausholen und anhören will, und anfangen möchte, seine Playmobil-Krippe aufzubauen. - Natürlich achtet seine Mutter, bei der er lebt, darauf, dass dies alles nicht vor Totensonntag geschieht, logo!

Aber wer es nun gar nicht aushalten kann bis dahin? - Nun, man kann natürlich niemandem verbieten, bereits im April oder im Sommer z.B. „Stille Nacht“ zu singen oder Ausstechkeks-Engel zu backen. Genauso habe ich niemals die beiden alten Leute getadelt, die ihre Weihnachtskrippe das ganze Jahr über auf dem Fernseher stehen ließen.

Und überhaupt - in fast jedem unserer Gottesdienste erklingt Weihnachtliches, wenn wir in der Liturgie singen: „Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr‘ … ein Wohlgefall’n Gott an uns hat, nun ist groß Fried‘ ohn‘ Unterlass …“ Mit diesen Worten singen wir nämlich, was die himmlischen Heerscharen, die Engel, in der heiligen Nacht bei den Hirten auf dem Feld von Bethlehem sagen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Nachzulesen bei Lukas im 2. Kapitel, Vers 14.

Kurz gesagt: Was der Einzelhandel kann, können wir schon lange. Sogar das ganze Jahr über! Nach dem Fest, vor dem Fest … immer!

Pastor Matthias Schäfer, Wulsdorf

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