Weihnachten – Hoffnungsweg für Frieden und Versöhnung

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Die Adventswochen noch, dann Weihnachten – das war`s schon wieder.
Welche Eindrücke bleiben?

Da ist der wunderbare und lange Sommer: Gut für die Seele, nachdenklich machend für den Kopf. Da ist der Reformationstag, der als alter und neuer Feiertag in unserem Land den Anspruch lebendig macht, Toleranz und Freiheit zu feiern und zu leben. Prägend für das Jahr 2018  ist auch ein aufkeimender gefährlicher Nationalismus, der in Wort und Tat Ausgrenzung und Hassparolen wieder salonfähig macht.

Neben allen diesen Aspekten gibt es viele persönliche Erinnerungen: an wunderbare Tage, an unbeschwerte Stunden, an fröhlicher Gemeinschaft, aber auch an Augenblicke der Einsamkeit, der Krankheit oder des Abschiednehmens.

Es gab Tage, in denen die Hoffnung auf friedvolles und sorgenfreies Leben gefährdet war. Dennoch gehört Hoffnung zu den wesentlichen Merkmalen des christlichen Glaubens. Nicht in dem Sinne, dass wir die Hände in den Schoß legen und sagen „Gott wird es schon machen“, sondern so, dass wir uns in der Gewissheit der Liebe Gottes auf den Weg machen für Versöhnung und Frieden und Solidarität.

Der Grund unserer Hoffnung besteht darin, nicht den Mut zu verlieren, weil wir Gott noch etwas zutrauen. Die Hirten auf dem Feld von Bethlehem haben das erfahren. Sie haben es gewagt, das Unglaubliche zu glauben. Sie haben sich auf den Weg gemacht, um zu erfahren, dass Gott ihnen eine Botschaft der Hoffnung schenkt. Dort, wo sie es am wenigsten erwartet haben: in einem Stall, in einer kalten Nacht, durch einen hilfsbedürftigen Säugling. Die Hirten haben es gespürt: die Botschaft der Engel gilt allen Menschen, vor allen aber denen, die in der Gefahr stehen, die Hoffnung auf Leben aufzugeben.

Mitten in einer Welt voller Widersprüche, der ungelösten Probleme und der Unsicherheit zeigt uns die Menschwerdung Gottes in seinem Sohn Jesus  Christus, dass Gott uns nahe ist und dass uns trotz allem Hoffnung geschenkt wird – allen Widerständen und allen Sinnlosigkeiten zum Trotz.

Ich wünsche allen eine zuversichtliche und ermutigende Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Start in das Neue Jahr.

Johann de Buhr, Pastor der Dionysiuskirchengemeinde Lehe

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